Medikamenteneingabe (IVOM)

Augenklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Friedrich E. Kruse

Intravitreale Medikamenteneingabe in den Glaskörper (IVOM)

VEGF-Hemmer zur Behandlung der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)

Was ist VEGF ? 

Hinter der Abkürzung VEGF verbirgt sich ein sogenannter Wachstumsfaktor (Vascular Endothelial Growth Factor). Er übernimmt in unserem Körper zahlreiche wichtige Aufgaben. Unter anderem sorgt er dafür, dass sich unsere Blutgefäße ständig erneuern. Bei Patienten, die an einer feuchten AMD leiden, ist der Wachstumsfaktor allerdings überaktiv. Die Folge: Die Blutgefäße wachsen ungehemmt unter und in die Netzhaut. Außerdem sind sie krankhaft verändert (durchlässig), sodass sich vermehrt Blut und Flüssigkeit in der Netzhaut und dabei an der Stelle des schärfsten Sehens sammeln kann. 

Schematische Darstellung der VEGF-Hemmer und ihren Rezeptoren

VEGF-Hemmer blockieren den Wachstumsfaktor im Auge. Dadurch sinkt die Gefahr unerwünschter Gefäßneubildungen bzw. von Flüssigkeitsansammlungen im Auge. Bereits vorhandene Ödeme können nicht mehr weiterwachsen und trocknen aus. Dadurch lässt sich das Fortschreiten der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration verzögern und das Sehvermögen in einigen Fällen sogar verbessern. VEGF-Hemmer hemmen die Bildung neuer, brüchiger Blutgefäße.

Beispiel für eine mögliche Verbesserung des Sehens durch VEGF-Hemmer bei AMD In der Regel benötigen Patienten mit feuchter AMD wiederholte Injektionen, um eine Wirkung zu erzielen und aufrecht zu erhalten.

Welche Risiken birgt die Behandlung mit VEGF-Hemmern?

Wie alle Arzneimittel, können auch VEGF-Hemmer Nebenwirkungen haben. Insgesamt zeigen sie jedoch eine sehr gute Verträglichkeit. Zu den schwerwiegendsten Nebenwirkungen gehören Entzündungen des Augeninneren oder Netzhautablösungen. Um solche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, vereinbart der Augenarzt nach der Behandlung weitere Kontrolltermine, die Sie unbedingt wahrnehmen sollten.

Wie verläuft eine intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM)?

Schematische Darstellung der Injektion in den Glaskörperraum

Ein VEGF-Hemmer wird direkt ins Auge gespritzt. Das Volumen dieser intravitrealen Injektion (Injektion in den Glaskörper des Auges) beträgt 0,1-0,05ml und ist damit sehr klein.

Vorbereitung der Injektion des VEGF-Hemmers

Die intravitreale Injektion wird ambulant in unserem ambulanten Augen Operationszentrum (AOZ) von erfahrenen Augenoperateuren durchgeführt. Nach der Behandlung können Sie in der Regel direkt wieder nach Hause, weshalb der Eingriff ambulant genannt wird. Während der Vorbesprechung der Behandlung in unseren Sprechstunden wird mit Ihnen die Wahl VEGF-Hemmers und mögliche Risiken des Eingriffs besprochen. Zur Vorbehandlung werden Augentropfen verordnet, die dazu dienen, vorhandene Keime im Auge oder leichte Entzündungen zu bekämpfen.

Der Tag der Injektion

Intraoperativer Situs während der Injektion

Planen Sie mindestens einen halben Tag für die Behandlung ein. Sie werden vor der Injektion noch einmal voruntersucht und aufgeklärt um die Sicherheit Ihrer Behandlung zu erhöhen. Die Wartezeit kann variieren. Am besten erkundigen Sie sich bereits bei der Terminvergabe, wieviel Zeit Sie mitbringen sollten. Planen Sie dabei lieber großzügig, damit Sie entspannt und ruhig in die Behandlung gehen können.

Bitte beachten Sie:

Für die Behandlung müssen wir Ihre Pupillen mit Augentropfen erweitern, dadurch werden Ihre Augen licht- und blendempfindlicher. Sogar normales Tageslicht kann so als störend empfunden werden.
Nehmen Sie daher eine Sonnenbrille und/oder einen Hut mit.
Auch wenn Sie einen längeren Weg zum Arzt haben – fahren Sie nicht selbst Auto oder Fahrrad.
Lassen Sie sich am besten von Familienmitgliedern oder Freunden abholen.
Schreiben Sie sich Ihre Fragen an den Arzt auf. Wenn nach dem Aufklärungsgespräch mit dem Arzt noch Fragen auftauchen, machen Sie sich entsprechende Notizen. So haben Sie die Chance, dass Sie vor dem Behandlungsbeginn auch tatsächlich alles ansprechen, was Ihnen auf dem Herzen liegt.

Ablauf der Injektion des VEGF-Hemmers

Die Therapie mit VEGF-Hemmern erfolgt nach strengen Hygienevorschriften, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Nachdem Ihre Pupillen mit erweiternden Augentropfen weitgestellt wurden, wird Sie das Behandlungsteam deshalb in einen speziellen Vorbereitungsraum bringen.

Dort wird das Auge und die umliegende Haut mit einer keimabtötenden Flüssigkeit gereinigt und das Auge wird örtlich betäubt. Während der Operation wird Ihr Gesicht mit einem speziellen Tuch abgedeckt, so dass keine Keime aus der Umgebung in diesen Bereich gelangen können. Anschließend erhalten Sie noch einmal örtlich betäubende Augentropfen und noch einmal eine keimabtötende Flüssigkeit. Damit Sie während der Behandlung nicht blinzeln können, wird Ihr Auge mit einem speziellen Instrument (Lidsperre) offen gehalten. Nun spritzt der Arzt das vorbereitete Arzneimittel mit einer feinen Nadel durch die Lederhaut in den Augapfel. Dabei bemerken Sie eventuell ein leichtes Druckgefühl.

Die Injektion in das Auge Unmittelbar nachdem Ihnen der Arzt das Arzneimittel verabreicht hat, führt er einige Augenuntersuchungen durch, um das Behandlungsergebnis zu kontrollieren und mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Zu diesen Untersuchungen gehören eine Untersuchung des Augenhintergrundes (Funduskopie) und eine Kontrolle des Augeninnendrucks.

Nach der Injektion des VEGF-Hemmers

Nach der Injektion erhalten Sie antibiotische Augentropfen. Diese sollten Sie, wenn nicht vom Arzt anders verordnet, auch noch sieben Tage nach der Behandlung jeweils 4-mal täglich anwenden, um dadurch das Risiko einer Augenentzündung zu senken. Darüber hinaus wird der Arzt einen Kontrolltermin innerhalb von 1–4 Tagen mit Ihnen vereinbaren.

Am Tag der Behandlung sehen Sie vielleicht herumfliegende kleine Punkte oder Flecken und die durch die Tropfen weit gestellte Pupille beeinträchtigt noch einige Stunden lang Ihr Sehvermögen und macht Sie besonders blendempfindlich. Vielleicht bemerken Sie auch eine Rötung der Lederhaut. Das alles ist ganz normal und bildet sich nach wenigen Stunden bis hin zu 3 Tagen wieder zurück.

Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden oder folgenden Symptomen sollten Sie sich jedoch umgehend an Ihren Augenarzt oder unsere Klinik wenden:

  • Verschwommenes oder verzerrtes Sehen
  •  Austrocknung der Augenoberflächen
  •  Lichtblitze
  • „Fliegende Mücken“ (= kleine schwarze Punkte, Flecken oder fadenartige Strukturen im Sichtfeld)
  • Farbringe um Lichtquellen oder schwarze Flecken
  •  Plötzlicher Verlust des Sehvermögens

Überwachung der VEGF-Therapie bei AMD

Darstellung der Netzhaut mit Flüssigkeitseinlagerung (Ödem)
Darstellung der Netzhaut nach erfolgreicher Therapie durch Medikamenteneingabe (IVOM)

Die aktuellen VEGF-Hemmer hemmen die feuchte altersabhängige Makuladegeneration (AMD), und stabilisieren bei den meisten Patienten die Sehleistung, bei einigen wird diese sogar verbessert. Während einer Therapiepause kann sich die Sehschärfe jederzeit wieder verschlechtern. Daher ist es für jeden AMD-Patienten so wichtig, sich selber wöchentlich unter Abdeckung eines Auges zu kontrollieren und nach der Behandlung mit VEGF-Hemmern regelmäßig die Augen vom Arzt kontrollieren zu lassen. Diese Kontrollen sind über die kommenden Monate nach der Behandlung notwendig.

 

weitere Informationen zum Thema VEGF-Hemmer finden sie HIER. 

 

Verantwortliche Oberärzte

Prof. Dr. Christian Mardin
Visitenkarte
Prof. Dr. Antonio Bergua
Visitenkarte
Dr. Ralph Meiller
Visitenkarte
PD Dr. Robert Lämmer
Visitenkarte
 
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
 
 
 
Bitte tragen Sie Ihren Namen und gültige E-Mail-Adresse(n) ein!
X zum Schließen

Zusammenfassung