Glaukomoperationen

Augenklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Friedrich E. Kruse

Operationstechniken

Für die Senkung des Augeninnendrucks stehen heute eine Vielzahl von modernen Operationstechniken zur Verfügung. Die Wahl des Operationsverfahrens hängt von der Art des Glaukoms, dem Glaukomschaden und dem angestrebten Zieldruck ab. Prinzipiell sollen die Operationsverfahren zu einem verbesserten Abfluss oder zu einer verminderten Produktion des Augenwassers, des sog. Kammerwassers, führen. Sie können mit oder ohne Bindehauteröffnung, mit oder ohne Laser und mit oder ohne Implantate durchgeführt werden. Prinzipiell gibt es bis heute nicht "die Glaukomoperation", welche den Operationserfolg garantiert, sondern eine Vielzahl von

Trabekulektomie

Die Trabekulektomie ist die weltweit am häufigsten durchgeführte Glaukomoperation zur Behandlung der chronischen Offenwinkelglaukome. Bei dieser Operation wird nach Eröffnung der Bindehaut in der Augenwand (Sklera) unter einem Skleradeckel eine Abflussöffnung für das Augenwasser, das sogenannte Kammerwasser angelegt. Charakteristisch für diese Operation ist das sogenannte "Filterkissen", welches durch die Ansammlung des Kammerwassers unter der Bindehaut entsteht. Mit dieser Operation werden die niedrigsten Augeninnendruckwerte erzielt. Die Wundheilung mit Vernarbung des Filterkissens kann die anhaltende Augeninnendrucksenkung begrenzen. Für den langfristigen Erfolg der Operation führen wir eine intensive Betreuung der Patienten durch, die schon vor der Operation beginnt: Vorbehandlung des Auges in Absprache mit dem Augenarzt, während der Operation Anwendung von neuen Substanzen zur Hemmung der Filterkissenvernarbung und intensive Nachbetreuung in unserer Trabekulektomiesprechstunde mit festgelegten Kontrollterminen.

Kanaloplastik

Die Kanaloplastik ist eine neue mikrochirurgische Operationstechnik, die nicht zu einem neuen Abflussweg mit Filterkissen führt, sondern das eigene Abflusssystem wieder aktiviert. Hierzu wird der Abflusskanal (Schlemmscher Kanal) mit einem 250µm feinen Mikrokatheter sondiert und durch einen im Kanal verbleibenden Faden aufgedehnt. Da diese Operation kein Filterkissen benötigt, entfällt die intensive Nachsorge wie bei der Trabekulektomie. Ein weiterer Vorteil ist die Sicherheit des Verfahrens mit deutlich weniger Komplikationen. Voraussetzung für die Kanaloplastik ist aber ein weit offener Kammerwinkel, so dass sie nicht bei jedem Patienten durchgeführt werden kann

Trabekulotomie

Bei der Trabekulotomie erfolgt eine Schlitzung des Trabekelmaschenwerks, welches dem Abflusskanal vorgelagert ist. Auch hier wird wie bei den oben genannten beiden Verfahren ein Skleradeckel angelegt, der dann wieder wasserdicht verschlossen wird, so dass auch dieses Verfahren wie die Kanaloplastik kein Filterkissen aufweist. Da bei den Glaukomen im Säuglings- und Kindesalter entwicklungsbedingt das Trabekelmaschenwerk nicht richtig ausgebildet ist, wird bei kindlichen Glaukomen die Trabekulotomie als Ersteingriff durchgeführt.

Mikrostents

Die sogenannte "Mikroinvasive Glaukomchirurgie" ist durch ein minimales Operationstrauma mit hohem Sicherheitsprofil und schneller postoperativer Wundheilung gekennzeichnet. Über einen kleinen Schnitt wie bei der Kataraktchirurgie am Hornhautrand wird der Mikrostent (iStent G1) durch das Trabekelmaschenwerk in den Abflusskanal eingeführt. Die Mikrostents können zusammen mit der Kataraktoperation implantiert werden.

Zyklodestruktive Eingriffe

Neben den operativen Verfahren zur Verbesserung Augenwasserabflusses kann durch Verödung des Strahlenkörpers (Ziliarkörpers) die Produktion des Kammerwassers vermindert werden. Die Verödung kann mit einem speziellen Laser (Zyklophotokoagulation) oder mit Kälte (Zyklokryokoagulation) durchgeführt werden. Die Operationen von außen (transskleral) führen zu einer Verödung der gesamten Augenwand. Die Zykophotokoagulation kann seit einigen Jahren auch von innen mit einem kleinen Endoskop (endoskopische Zyklophokoagulation) durchgeführt werden. Der Vorteil liegt in der direkten Kontrolle des zu verödenden Gewebes. Diese Verfahren sind zwar schnell und einfach durchzuführen, zeigen aber unterschiedlich starke postoperative Entzündungsreaktionen und eine teilweise kurze Wirkdauer, so dass sie öfter wiederholt werden müssen. Sie erweitern das Spektrum der operativen Verfahren bei voroperierten Augen und fortgeschrittenen Glaukomen.

Glaukomoperationen beim akuten Glaukom (Glaukomanfall)

Für den Glaukomanfall stehen die Iridotomie mit dem Laser oder bei Hornhautrübung infolge des hohen Augendrucks im Anfall die chirurgische Iridektomie zur Verfügung. Im akuten Glaukomanfall kann es auch notwendig sein, die Linse zu entfernen und eine Kataraktoperation durchzuführen. Auch bei einer Spezialform des chronischen Offenwinkelglaukoms, des sogenannten Pigmentglaukoms, kann die Laser-Iridotomie zu einer Stabilisierung des Glaukoms beitragen und somit im Einzelfall erwogen werden.

 

Verantwortliche Operateure (Kopie 1)

Prof. Dr. Friedrich E. Kruse
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Prof. Dr. Christian Mardin
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PD Dr. Robert Lämmer
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