DMEK

Augenklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Friedrich E. Kruse

DMEK - Eine neue Operationsmethode bei der Hornhaut am Auge ohne Naht

Was ist eine DMEK?

Die Abkürzung DMEK steht für Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty. Es handelt sich hierbei um eine neu entwickelte, schonende Operationsmethode im Bereich der Hornhauttransplantation.

Bei diesem neuartigen Verfahren muss nicht mehr die gesamte Hornhaut des Auges, sondern lediglich die erkrankte Descemet-Membran mit darauf liegendem Endothel transplantiert werden. 99% der Hornhaut bleiben somit unangetastet, was unschätzbare Vorteile für die Sehschärfe, die Erholungszeit und das Langzeitüberleben der Transplantate mit sich bringt. Die DMEK-Technik führt wegen ihres minimal invasiven Eingriffs zu den besten Ergebnissen. Je dünner das Transplantat zudem ist, desto höher ist die Sehschärfe.

Mit mehr als 600 Hornhauttransplantationen jährlich nimmt dabei die Universitäts-Augenklinik Erlangen eine Spitzenposition ein. Eine Analyse der bisher mehr als 1800 an unserer Klinik durchgeführten DMEK-Hornhauttransplantationen zeigt, dass die Patienten eine Sehschärfe von 80% oder besser erreichen, wenn keine andere Augenerkrankung vorliegt. Das DMEK-Verfahren wird daher als Standardmethode für Patienten Erkrankungen der Innenschicht der Hornhaut (Endothel)e an der Universitäts-Augenklinik Erlangen angewandt. Liegt zusätzlich zur Hornhauterkrankung ein Grauer Star (Cataract) vor, kann dieser  gleichzeitig mit der Hornhauttransplantation entfernt werden.

Führungsposition der Erlanger Arbeitsgruppe 

Die Erlanger Hornhaut-Arbeitsgruppe, wurde für ihre herausragenden Leistungen bereits mehrfach international ausgezeichnet. So wurden ihre Verdienste z.B. mit der Verleihung der David Easty-Lecture des Bowman Club geehrt, die Herr Prof. Kruse am 20.03.2015 in Bristol, England, gehalten hat. Am 01.03.2014 wurde unserer Forschergruppe unter Leitung von Herrn Prof. Kruse durch die Verleihung der Tillet-Lecture von Tissue Banks International in Baltimore, USA ausgezeichnet.

Bei wem kann eine DMEK durchgeführt werden?

Die innerste Schicht der Hornhaut besteht aus den sogenannten Endothelzellen. Sie besitzen kleine „Pumpen“, die ständig Flüssigkeit aus der Hornhaut von Flüssigkeit pumpen und damit die Hornhaut in einem durchsichtigen, d.h. transparenten Zustand erhalten. Die Funktion dieser „Pumpen“ wird durch verschiedene Erkrankungen beeinträchtigt:

  1. Erbliche Erkrankungen der Endothelzellen wie die so genannte Fuchs’sche Hornhautdystrophie
  2. Durch Operationen am Auge verursachte Schädigungen des Endothels wie sie nach Grauer Star-Operation (Cataractoperation) oder nach Operationen des Grünen Stars (Glaukomoperationen) auftreten
  3. Funktionsstörungen der Endothelzellen nach einer durchgreifenden Hornhauttransplantation

Wie wird eine DMEK durchgeführt?

Schematische Darstellung der Transplantation der Endothelzellschicht
Erster postoperativer Tag nach DMEK: deutlich zu sehen ist die eingebrachte Luftblase in der vorderen Augenkammer.

Die Augenchirurgen an der Universitäts-Augenklinik Erlangen haben eine neue, besonders schonende Methode zur Durchführung der DMEK entwickelt. Prinzipiell wird bei der Operation von einem Spenderauge die innerste Grenzschicht (Descemet’sche Membran) gewonnen. Dieses wird mit feinsten Pinzetten unter dem Mikroskop durchgeführt, da die Membran nur 5/Tausendstel Millimeter dünn ist (5 µm). Anschließend wird die Membran in eine Spezialkartusche verbracht und in das Auge eingesetzt. Im Auge wird die Membran mit einer Luftblase entrollt und mit einer zweiten Luftblase an der Innenseite der Patientenhornhaut fixiert. Unsere Operationsmethode wurde in der Fachzeitschrift Cornea und in der Fachzeitschrift Ophthalmolology veröffentlicht.

Quellenangaben:

 

Schlötzer-Schrehardt U, Bachmann BO, Tourtas T, Cursiefen C, Zenkel M, Rössler K, Kruse FE. Reproducibility of Graft Preparations in Descemet's Membrane Endothelial Keratoplasty. Ophthalmology. 2013 Jul 16. doi:pii: S0161-6420(13)00575-7. 10.1016/j.ophtha.2013.06.038

Kruse FE, Laaser K, Cursiefen C, Heindl LM, Schlötzer-Schrehardt U, Riss S, Bachmann BO; A stepwise approach to donor preparation and insertion increases safety and outcome of Descemet membrane endothelial keratoplasty. Cornea. 2011 May;30(5):580-7

Was sind die Vorteile der DMEK gegenüber anderen Techniken?

An vielen Kliniken wird für Erkrankungen der Innenschicht der Hornhaut eine durchgreifende, d.h. perforierende Hornhauttransplantation durchgeführt. Im Vergleich mit der perforierenden Keratoplastik bietet die DMEK folgende Vorteile:

  1. Bessere Sehschärfe
  2. Schnellere Erholung nach Operation
  3. Geringere Abstoßungsrate
  4. Keine Oberflächenprobleme

An vielen Kliniken wird für Erkrankungen der Innenschicht der Hornhaut eine so genannte DSAEK- Hornhauttransplantation durchgeführt. Dabei wird wie im Schema dargestellt, nicht nur die Descemet’sche Membran, sondern auch noch Anteile der hinteren Hornhaut (Stroma) übertragen. Nachdem lange Zeit unklar war, ob eine DSAEK oder eine DMEK die bessere Sehschärfe ergibt, haben Forschungsergebnisse aus Erlangen eindeutig zeigen können, dass die DMEK bessere Sehschärfenergebnisse als die DSAEK ermöglicht.

Tourtas T, Laaser K, Bachmann BO, Cursiefen C, Kruse FE. Descemet membrane endothelial keratoplasty versus descemet stripping automated endothelial keratoplasty. Am J Ophthalmol. 2012 Jun;153(6):1082-90

Hier bietet die DMEK folgende Vorteile:

  1. Bessere Sehschärfe
  2. Geringere Abstoßungsrate 

 

 

 

Verantwortliche Operateure

Prof. Dr. Friedrich E. Kruse

Kontakt

Terminvereinbarung zur Durchführung von DMEK-, DSAEK- sowie DALK-Operationen
Telefon 09131 85-34464
Fax: 09131 85-34605
E-Mail augen-terminatuk-erlangen.de

Anmeldung Privatpatienten
Telefon 09131 85-34362
Fax: 09131 85-36435
E-Mail augen-privat-terminatuk-erlangen.de


 
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